Wenn Jugend Beteiligung einfordert, darf Politik nicht ausweichen

Zur Absage von Bürgermeister Patrick Ruh an den Jugendbeirat
Eine gemeinsame Pressemitteilung von den Wir/Grünen, SPD und WWW.

Während landauf, landab über Politikverdrossenheit junger Menschen geklagt wird, passiert in Feuchtwangen derzeit das Gegenteil: Der Jugendbeirat Feuchtwangen– ein offizielles kommunales Beteiligungsgremium – wünscht sich eine öffentliche Fragerunde mit den Bürgermeisterkandidaten. Ziel ist es, insbesondere Erstwählerinnen und Erstwählern eine informierte Wahlentscheidung zu ermöglichen.

Der Herausforderer Dr. Ulrich Grünwald hat dieser Anfrage umgehend zugesagt.
Der amtierende Bürgermeister Patrick Ruh hingegen lehnt eine öffentliche Gesprächsrunde erneut ab.

Dabei ist das Engagement des Jugendbeirats bemerkenswert:
Zwei seiner Mitglieder kandidieren selbst bei der aktuellen Kommunalwahl. Junge Menschen übernehmen Verantwortung, bringen sich ein, wollen diskutieren – ein positives Beispiel für gelebte Demokratie auf kommunaler Ebene.

Gerade vor diesem Hintergrund ist es schwer nachvollziehbar, warum der persönliche Austausch mit der jungen Generation vermieden wird. Öffentliche Fragerunden, Kandidatenduelle oder Jugenddiskussionen sind in vielen Nachbarstädten selbstverständlich – organisiert von Radio8 oder gesellschaftlich engagierten Gruppen; wie gestern in Rothenburg wo sich 900 Bürger für das Bürgermeister-Triell interessierten. Solche Veranstaltungen gelten dort nicht als „Show“, sondern als demokratischer Standard.

Wer politische Entscheidungen für eine Stadt trifft – oder weiter treffen möchte – sollte bereit sein, sich kritischen Fragen zu stellen. Auch und gerade dann, wenn sie von jungen Menschen kommen. Demokratie lebt vom direkten Dialog, nicht vom Rückzug in ausgewählte Formate.